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Gebäude "Marktplatz 14"

Aussenansicht "Marktplatz 14" in Mainburg

Marktplatz 14 - Ein Haus des Miteinanders

Das Gebäude "Markplatz 14" - ein ehemaliges Brauereigebäude ist, ist ein Zeitzeuge aus Stein. Sein Kern stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist damit über 300 Jahre alt. Sein charakteristisches Steildach und seine historische Architektur prägen bis heute das Bild des Marktplatzes. Als eines der ältesten Gebäude der Innenstadt war es schon immer ein Ort der Begegnung – zunächst als Gasthaus, später fand der legendäre "Queenie Pie Club" hier seine Heimat. In diesem Gebäude wurde gegessen, gefeiert und das gesellschaftliche Leben Mainburgs mitgestaltet. Somit ist es schon seit Jahrhunderten wichtiger Teil des Markplatzes und ein Schauplatz sozialer Interaktion.

 

Marktplatz 14 gilt aufgrund seines bis ins 17. Jahrhundert zurückreichenden Kerns, seiner historischen Bauteile und seiner Bedeutung für die Mainburger Stadtgeschichte als Baudenkmal. Hinzu kommt seine Lage im besonders geschützten historischen Innenstadtbereich: Das Gebäude prägt den Marktplatz und ist Teil des gewachsenen Stadtbildes.

 

Das Gebäude beschäftigt die Stadt bereits seit vielen Jahren. Eine technisch und wirtschaftlich tragfähige Lösung wurde bislang nicht gefunden, während der Verfall voranschreitet. Teile des Innenraums müssen abgestützt werden, das Mauerwerk ist stark durchfeuchtet und der Dachstuhl undicht. Noch bevor über eine Sanierung oder einen Teilneubau entschieden werden könnte, wären umfangreiche Untersuchungen und Gutachten erforderlich. Diese Vorleistungen würden unverhältnismäßig hohe Kosten verursachen und erhebliche Steuermittel binden – ohne Gewähr, dass anschließend eine umsetzbare Sanierung möglich ist.

 

Ende Juli  2026 findet dazu ein weiterer Vor-Ort-Termin mit hohen Vertretern des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege und der Unteren Denkmalschutzbehörde statt. Ziel ist es, die Auflagen deutlich zu reduzieren, Finanzierungsmöglichkeiten zu klären und einen tragfähigen Konsens zu erreichen. 

 

 

Auf dieser Seite informiert die Stadt Mainburg über den aktuellen Stand zum Thema

 

 

 

Aussenansicht Polizeiinspektion Mainburg

Denkmalschutz, was ist das?

Denkmalschutz schützt Gebäude und Orte, die ein Stück unserer Geschichte erzählen. Sein Ziel ist es, diese Zeugnisse der Vergangenheit für zukünftige Generationen zu erhalten. Dabei geht es nicht nur um alte Mauern, sondern auch um die Geschichten und Erinnerungen, die mit ihnen verbunden sind. Denn was einmal abgerissen oder unwiederbringlich verändert wurde, ist für immer verloren – Geschichte nicht neu gebaut werden.

 

Wie die Denkmaleigenschaft eines Baudenkmals festgestellt wird, veranschaulicht die Darstellung des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege. 

 

Mit Klick auf dem Bild können Sie eine entsprechende PDF Datei herunterladen.

 

(Quelle: https://www.blfd.bayern.de/mam/abteilungen_und_aufgaben/
denkmalforschung_und_denkmalerfassung/infografik_wie_wird_ein_haus_zum_baudenkmal.pdf)

 

Warum steht "Marktplatz 14" unter Denkmalschutz?

Das Gebäude "Markplatz 14" steht unter Denkmalschutz, weil es aufgrund seines Alters und seiner historischen Bedeutung für die Mainburger Stadtgeschichte als schützenswert gilt. Seit dem Bayrischen Denkmalschutz von 1973 gilt dabei das sogenannte „qualifizierende System“: Ein Gebäude wird nicht erst durch den Eintrag in die Denkmalliste zum Denkmal, sondern ist bereits ein Denkmal, wenn es die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt. Das bedeutet für "Markplatz 14", das er seit dem Bestehen des gesetzlichen Denkmalschutzes, dessen Status genießt. Die Denkmalliste bestätigt nur, was das Gebäude schon längst ist – ein Stück erhaltenswerter Geschichte.

 

Bewahren was wichtig ist – entwickeln, was notwendig ist 

Für viele Bürgerinnen und Bürger wirkt es zunächst widersprüchlich: Sowohl das Polizeigebäude in der Freisinger Straße 16 als auch "Marktplatz 14" sind historische Gebäude und Teil der Mainburger Stadtgeschichte. Dennoch gelten für beide Gebäude unterschiedliche denkmalrechtliche Maßstäbe.

 

Entscheidend für den Denkmalschutz ist nicht allein das Alter, sondern ob eine besondere geschichtliche, architektonische oder städtebauliche Bedeutung in Verbindung mit erhaltener historischer Substanz vorliegt. Es wurde zwei Mal geprüft, am 17.01.2022 und am 03.01.2025.

 

Das Polizeigebäude wurde um 1890 errichtet und ist Teil der baulichen Entwicklung Mainburgs. Bei der fachlichen Bewertung wurde jedoch kein ausreichender Denkmalwert festgestellt. Zudem entspricht das Gebäude nicht mehr den heutigen Anforderungen an eine moderne Polizeiinspektion.

 

"Marktplatz 14" besitzt dagegen besondere historische Merkmale: Der Gebäudekern reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück, prägende Bauteile sind erhalten und das Gebäude hat durch seine Lage und Geschichte eine besondere Bedeutung für den historischen Marktplatz und das Stadtbild.

 

Die unterschiedliche Bewertung bedeutet daher nicht, dass die Geschichte des Polizeigebäudes weniger wichtig ist. Sie zeigt vielmehr, dass der Denkmalschutz nach fachlichen Kriterien entscheidet und nicht jedes historische Gebäude gleichermaßen geschützt wird.

 

 

Quelle Folgendes Bild:

Hintergrundkarte: © Bayerische Vermessungsverwaltung (2026)

Datenquelle: Geoportal Bayern www.geoportal.bayern.de

Übersichtsplan PI Mainburg und Marktplatz 14

 

Weg in die Zukunft

Beim Anwesen "Marktplatz 14" besteht die Herausforderung darin, zwei Ziele miteinander zu verbinden: Den historischen Wert des Gebäudes mit einer zukünftigen Nutzung zu verbinden. Gleichzeitig muss eine Lösung gefunden werden, die technisch umsetzbar und finanziell tragbar ist.


Deshalb setzt sich die Stadt dafür ein, gemeinsam mit den Denkmalschutzbehörden einen tragfähigen Kompromiss zu finden. Historisch besonders wertvolle Bestandteile – wie die Bierkeller und weitere erhaltenswerte Bauteile – sollen erhalten bleiben und nach Möglichkeit in eine neue Bebauung integriert werden. So kann die Geschichte des Ortes bewahrt und gleichzeitig die Grundlage für eine nachhaltige Nutzung geschaffen werden.

 

 

 

Begehung des Anwesend "Marktplatz 14" mit (v.r.) Frau Weiß und Dr. Kupferschmid vom Amt für Denkmalschutz sowie Kreisbaumeister Herrn Schwendner

Ein Schritt weiter

Beim Ortstermin am "Marktplatz 14" fand ein konstruktiver Austausch mit Dr. Kupferschmid und Frau Weiß vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege sowie Kreisbaumeister Herrn Schwendner statt. Im Mittelpunkt standen die Anforderungen des Denkmalschutzes, verschiedene fachliche Perspektiven sowie die künftigen Entwicklungsmöglichkeiten des historischen Gebäudes.

 

Die gemeinsame Besichtigung bot die Gelegenheit, offene Fragen direkt vor Ort zu erörtern und ein gemeinsames Verständnis für die denkmalpflegerischen und städtebaulichen Anforderungen zu schaffen. Die Stadt Mainburg bedankt sich bei allen Beteiligten für den fachlichen Austausch und die konstruktive Zusammenarbeit.

 

Nach der gemeinsamen Begehung ist das Ziel klar: den historischen Wert des Gebäudes zu erhalten und gleichzeitig eine sinnvolle sowie langfristig tragfähige Nutzung zu ermöglichen.

 

Die nächsten Schritte: 

  • Voruntersuchungen abschließen

  • Fördermöglichkeiten klären

  • Städtebauförderung einbinden

  • fundierte Entscheidungsgrundlage für den Stadtrat schaffen

 

Die Stadt Mainburg arbeitet weiterhin an einer denkmalgerechten und wirtschaftlich tragfähigen Lösung für den "Marktplatz 14". Langfristig soll das Gebäude – ergänzend zur Entwicklung des benachbarten Christlsaal-Areals – als weiteres historisches Schmuckstück am Salvatorberg erhalten und aufgewertet werden. Auch wenn der Weg anspruchsvoll ist, wird das Projekt konsequent weiterverfolgt.
 

 

 

 

Stand: 29. Juli 2026

 

 

 

 

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