Podiumsdiskussion zur Eröffnung der Landmaschinen- und Gewerbeschau
Neues Format lockt viele Besucher am Gallimarkt-Samstag in die Festhalle Bayernland
"Zukunft des Hopfenanbaus bei fortschreitendem Klimawandel" war das Thema der Podiumsdiskussion, mit der die Mainburger Landmaschinen- und Gewerbeschau mit Hopfenfachmesse HopFA in diesem Jahr erstmals eröffnet wurde. Ein großes Thema, das bei den Hopfenpflanzern der Hallertau nach dem trockenen und heißen Sommer 2026 existentielle Fragen aufwirft - und in der Hopfenbranche heiß diskutiert wird. Es bestand also Redebedarf, der zahlreiche Besucher zur Gewerbeschau-Eröffnung mit Podiumsdiskussion in die Festhalle Bayerland lockte.
Bürgermeisterin Karoline Fritz-Ertlmaier freute sich über den großen Zuspruch der Gallimarkt-Gäste und über die Teilnehmer der Diskussion - allesamt Experten der Hopfenbranche, die das Thema von verschiedenen Seiten beleuchteten: Die Seite der Pflanzer vertraten Adolf Schapfl, Präsident des Internationalen Hopfenbüros und des Verbandes Deutscher Hopfenpflanzer, außerdem Kreisobmann und Hopfenbauer Martin Mittermeier sowie der junge Landwirt Jakob Pichlmeyer. Für die Hopfenwirtschaft sprach in der Runde Pascal Piroué, Geschäftsführer der Simon H. Steiner Hopfen GmbH und Vorsitzender des Deutschen Hopfenwirtschaftsverbandes. Die wissenschaftliche Seite vertrat Sebastian Gresset vom Hopfenforschungsinstitut in Hüll. Souverän moderiert wurde die Gesprächsrunde von Florian Weingart.
Dass der Hopfen als Wirtschaftsgut und prägende Kulturlandschaft der Hallertau erhalten werden muss - darin waren sich alle Diskussionsteilnehmer einige. Als mögliche Lösung für die zukünftigen trockenen Sommer wurde die Bewässerung der Hopfengärten diskutiert. Rund 460 Hopfenpflanzer haben sich mittlerweile zu einem Bewässerungsverband zusammengeschlossen. Die Pflanzer sind der festen Überzeugung, dass sie um dieses Projekt nicht herumkommen, will man auch künftig qualitativ hochwertigen Hopfen produzieren. Von wirtschaftlicher Seite wusste Pascal Piroué zu berichten, dass die Brauwirtschaft angesichts eines weltweit sinkenden Bierausstoßes alles andere als krisenfrei sei. Er denkt, dass Flächenstilllegungen erforderlich sind, um das strukturelle Problem eines übersättigten Marktes zu entschärfen. Die Wissenschaft stellt sich dem Problem "Klimawandel im Hopfenanbau", indem klimarobustere Sorten gezüchtet werden sollen, erklärte Sebastian Gresset vom Hopfenforschungsinstitut in Hüll. Und das soll weitaus schneller gehen als in der Vergangenheit.
Seinen Wunsch, dass die neuen Hopfensorten schneller in der Brauwirtschaft Einsatz finden, gab Adolf Schapf dem Hopfenwirtschaftsverbands-Vorsitzenden Piroué mit auf den Weg. Was alle Besucher der Podiumsdiskussion mit nach Hause nehmen konnten, war die Gewissheit, dass sich die Hopfenbranche den Herausforderungen durch den Klimawandel stellt: durch neue Sorten, effiziente Anbaumethoden und Bewässerung.

















