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Stadtmuseum zum Anfassen

Den eigenen Namen drucken: Beim Workshop zur Sonderausstellung "Mein Morgenstern" mit Karin Wagner und Lorena Willert dürfen die Kinder selbst gestalten. (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Den eigenen Namen drucken: Beim Workshop zur Sonderausstellung "Mein Morgenstern" mit Karin Wagner und Lorena Willert dürfen die Kinder selbst gestalten.
Mit Museumspädagoginnen Geschichte(n) entdecken

 

„Wie mit Bleibuchenstaben von Hand gedruckt wird, habt ihr gerade in der Sonderausstellung ,Mein Morgenstern‘ gesehen. Anfassen dürft ihr die Buchstaben jetzt bei uns!“, empfängt Karin Wagner die Kinder der Klasse 4c zu ihrem Workshop, den sie zusammen mit ihrer Kollegin Lorena Willert im Stadtmuseum Mainburg leitet. Die beiden ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen absolvieren gerade den Zertifikatskurs Museumspädagogik der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern. Vier Monate dauert die Fortbildung, in der sie 70 Unterrichtseinheiten in verschiedenen Museen Niederbayerns durchlaufen und Wichtiges über Kunst- und Kulturvermittlung, Erlebnispädagogik, Projektentwicklung und den Umgang mit Gruppen lernen.

 

Workshop für Kinder zu „Mein Morgenstern“

Für das Stadtmuseum Mainburg haben die beiden angehenden Museumspädagoginnen einen Workshop zur Sonderausstellung „Mein Morgenstern“ entwickelt, die noch bis 3. Mai zu sehen ist. Der Workshop richtet sich an Grundschulkinder. Dafür haben die beiden ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen die Heimat- und Hopfenabteilung im oberen Geschoß des Stadtmuseums in einen gemütlichen Arbeitsraum verwandelt. Auf dem großen Tisch liegen Buchstaben in einem Setzkasten zum Drucken und bunte Stempelkissen. Jedes der Kinder erhält ein großes Blatt mit dem Gedicht „Die drei Spatzen“ von Christian Morgenstern. Auf dieses Blatt dürfen die Kinder eigenhändig ihren Namen drucken.

 

Drucken – gewusst wie

Bevor es an die Arbeit geht, erfahren die Viertklässler einiges über den Dichter Morgenstern, der Sprache benutzt hat, als würde er mit ihr ein buntes Bild malen. Während Lorena Willert das Gedicht „Die drei Spatzen“ vorträgt, stellt Karin Wagner einen Zweig mit drei kleinen Deko-Spatzen auf den Tisch. Die Kinder lachen – das Gedicht mit dem frechen Hans in der Mitte gefällt ihnen. Und dann wird es spannend: Die Aufgabe ist, den eigenen Namen mit Hilfe von einzelnen Buchstaben zu drucken. Dafür muss der Name spiegelverkehrt vorbereitet werden. Aber wie geht das? Dabei helfen kleine Spiegel auf dem Tisch. Zuerst versuchen die Kinder ihren Namen per Hand spiegelverkehrt zu schreiben. Das ist gar nicht so einfach! Ich welche Richtung müssen das L oder das E denn nun zeigen? Dann dürfen die Kinder ihre Buchstaben aus dem Setzkasten nehmen und mit Hilfe von bunten Stempelkissen auf ihr Blatt drucken. Das klappt gut – auch wenn der Name tatsächlich manchmal etwas abenteuerlich aussieht, weil das E dann doch in die andere Richtung zeigt. „Das würde Christian Morgenstern gefallen“, freut sich Karin Wagner. „Er hat es ja geliebt, mit Sprache und Buchstaben zu spielen!“

 

Kinder brauchen Haptik

Auf die Idee, die Fortbildung zur Museumspädagogin zu absolvieren, kam Karin Wagner, als sie im Rahmen ihres Fernstudiums der Kulturwissenschaft ein Praktikum im Stadtmuseum Mainburg machte. „Ich habe festgestellt, wie viel Freude mir die Arbeit im Museum bereitet!“ Damals führte sie schon Kinder durch die Sonderausstellung „Un-Bekannte Schätze aus dem Museumsdepot“. „Das war klasse. Aber mir ist klar geworden: Kinder brauchen Haptik! Sie wollen eine Sache im wahrsten Sinne des Wortes begreifen.“ Und dann stieß sie auf das Angebot des Zertifikatskurses Museumspädagogik, für das sie auch ihre Kollegin Lorena Willert gewinnen konnte. Ende Mai präsentieren die beiden Expertinnen nun ihren Workshop bei der Abschlussprüfung der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern – und freuen sich, wenn sie dann mit ihrem neuen Zertifikat nach Hause fahren. „Es ist eine tolle Bereicherung für unser Stadtmuseum in Mainburg, dass Karin Wagner und Lorena Willert die Fortbildung zur Museumspädagogin machen!“, freut sich Bürgermeister Helmut Fichtner. Und auch Museumsleiter Dr. Andreas Kühne ist stolz auf seine ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen im Team, die dem Stadtmuseum mit der Erlebnispädagogik eine ganz neue Facette schenken.

 

Miteinander spielen und lernen

Die Kinder der Klasse 4c sitzen nun über einem Quiz bei ihrem Workshop. Es gilt, das Gelernte noch einmal anzuwenden. Woher der Name „Schwarze Kunst“ für die Kunst des Druckens kommt oder was früher beim Drucken aus Metall gesetzt wurde … Die Antworten finden die Kinder auf Puzzleteilchen, die in der Mitte des Tisches liegen. Schließlich haben es alle geschafft! Jeder darf jetzt seinen ganz persönlichen Druck zusammenrollen und mit nach Hause nehmen. Zurück bleiben die beiden angehenden Museumspädagoginnen, begeistert vom schönen Miteinander mit den Kindern, und verwandeln den Workshop-Raum wieder in einen Ausstellungsraum – schließlich ist das Stadtmuseum am nächsten Tag wieder für die Allgemeinheit geöffnet und möchte in all seinen Themen und Geschichten auch im oberen Geschoß entdeckt werden.

 
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