Die Salvatorkirche wurde im Jahre 1723 erbaut.
Das lateinische Wort “SALVATOR” bedeutet “Erlöser” - Heiland.

Diese Kirchen sind immer Stätten,die auf Grund eines
Hostienfrevels Wallfahrtscharakter erhielten.

Die Entstehung der Kapelle geht wohl bis um 1300 zurück.
Ob das Gotteshaus schon vor der Erbauung des Schlosses
auf dem Hofberg gestanden oder gleichzeitig mit dem Schloß erbaut worden ist, ist nicht feststellbar.
Bereits am 13. Dezember 1336 wurde bei diesem, damals zur Pfarrei Pötzmes gehörenden Kirchlein, ein von der Mainburger Bürgerschaft gestiftetes Meßbenefizium oberhirtlich bestätigt.
Nach Dr. Hiereth ist die 1723 erbaute Salvatorkirche wohl die Nachfolgerin der Schloß -
kapelle, die, wie damals üblich, beim Abbruch alter Burg -
gebäude stehen blieb.

Über die Kirche selbst folgendes:
Wie die ursprüngliche Kapelle ausgesehen hat, ist nicht auf unsere Zeit übergekommen. Das mehrfach erwähnte Thonauerbild und die Kontur der ehemaligen Kapelle an der Westseite der derzeitigen Kirche, lassen einen bescheidenen Bau mit einem Satteldach auf dem Dachreiter erkennen.
Sie war ca. 16 m lang, 10 m breit und mit dem Turm 18 m hoch und von einem kleinen Friedhof umgeben, in dem wohl die Schloßbewohner und die Mainburger, die östlich „der Rinne" wohnten, ihre letzte Ruhestätte fanden, und befand sich innerhalb der Ringmauer des Schlosses.

Am 7. Oktober 1796 haben die Franzosen vom Haidschanzl aus die erste Kugel gegen die auf dem Salvatorberg postierten Österreicher geschossen.
Die Kugel blieb an der Westseite der Kirche in der Mauer stecken und hängt heute in der Kirche links neben dem Hochaltar.
An der Außenseite der Westmauer ist eine Erinnerungstafel angebracht.

Die derzeitige Kirche ist im Jahre 1723 erbaut.
Sie ist 30 m lang, 14 m breit und bis zur Turmspitze 46 m hoch. Der sich als Dachreiter über der Westseite erhebende Turm war ursprünglich mit einer Doppelkuppel versehen und wurde beim Brand am 25. Mai 1863 durch Flugfeuer zerstört. An Stelle der Kuppelbedachung wurde der neugotische Spitzhelm aufgesetzt.

176 von einem Kreuzweg gesäumte Stufen führen zu dieser Kloster - und Kirchenanlage hinauf.

Die Stufen waren ursprünglich aus Eichenholz,
bis 1883 die hiesige Schmiedemeisterswitwe Maria Bauer 150 Steinstufen stiftete.
1909 wurden die Aufgangsstufen erneuert.

Die in der Nische zwischen Kirche und Sakristei befindliche Lourdesgrotte wurde 1911 errichtet.
Die Steine ließ man eigens aus Frankreich kommen.

Die Kreuzwegstationen zum Berg ließ der langjährige Christlbräumeister Adam Kirner auf seine Kosten errichten.

Der Eingang zur Kirche befindet sich auf der Westseite.

Dahinter schließt sich die Sakristei an.

Einen Krankenpatron lernen wir am Eingang der Kirche kennen,den hl. Liborius,der nach Inschrift “vor Stein und Gries” schützen soll.

In der barocken Kirche hängt auf der Nordseite des
Langhauses ein großes Votivbild mit einer Breite von
1,80 m und einer Höhe von 1,10 m.
Es stammt aus der Zeit des spanischen Erbfolgekrieges
und ist ein volkskundlich aufschlussreiches Dokument.
In sieben  Bildsequenzen werden die Schicksalsstationen
des Pfarrers Dr. Sebastian Oefele dargestellt, der von
1695 bis 1715 in Mainburg wirkte.
Der Ortsgeistliche wurde zwar anfangs von englischen
Husaren als Geisel genommen,später aber nach Zahlung
einer Kriegsentschädigung befreit.

Der Hochaltar stammt aus der Erbauungszeit der Kirche im Jahre 1723
Er zeigt einen reichen barocken Aufbau mit beiderseits 3 Säulen,darunter je eine gewundene.
Vor den Säulen stehen zwei Holzfiguren
Petrus ( links ) und Paulus ( rechts )
Sie sind die Schutzpatrone der Kirche.
Das Mittelstück des Hochaltars bildet eine sitzende Figur des Salvators in einer Nische
mit Muschelbekrönung,von vier Engeln umgeben.

Über dem Tabernakel befindet sich im barocken
Rahmen seit dem Jahre 1982 eine Kopie der
Ikone der Schwarzen Madonna von Tschenstochau,
dem Hauptheiligtum Polens.

Im Aufzug ist ein geschweiftes Ovalbild des
hl. Florian,des Schutzpatrons in Feuergefahr.

Darüber steht das Schriftwort aus
dem Alten Testament in lateinischer Sprache :
“Haurietis aquas in gaudio de fontibus salvatoris”
Ihr werdet Wasser schöpfen mit Freude
aus den Quellen des Heils

Die Seitenaltäre auf der linken Evangelienseite

Die Seitenaltäre auf der rechten Epistelseite

Margarethenaltar

Eine schöne konkave Säulenanlage
mit seitlichen Voluten , zwischen
diesen und den Säulen
rechts St.Georg , links St.Margaretha.

Das Mittelstück stellt den Tod
des hl.Josef dar.

Magdalenenaltar

Im Aufzug Maria vom Berg Karmel
mit dem hl.Josef und dem hl.Simon

Im Aufzug Bild der hl. Magdalena.

Sebastianialtar

Erscheinung des hl. Sebastian
der hl. Margaretha.

Im Aufzug Bild des hl.Sebastian

Salvatoraltar

St.Salvator mit einem
eigenartigen Steinbild

St.Salvator, aus dem
16.Jahrhundert in einem Schrein.

Im Innern birgt die Kirche vier große Deckenbilder von dem Kunstmaler Halter von Regensburg aus dem Jahre 1905.

Der Errichtung der Kirche liegt eine Legende zu Grunde.
Diese wird in einem Deckengemälde dargestellt.
Sie besagt:
Das ein Priester mit dem Allerheiligsten zu einem Kranken eilte.
Ein Fuhrknecht,der nicht ausweichen wollte, schlug unter wildem Geschrei und greulichem Fluchen
dem Priester das Allerheiligste mit der Peitsche aus der Hand.
Die Hostie schwebte in der Luft und konnte nur durch den Bischof in die Kirche zurückgebracht werden.
Den Knecht ereilte auf der Stelle die Strafe für seine Untat, er wurde mit Roß und Wagen von der Erde verschlungen.
Eine mit einem Gitter überdeckte Stelle im Mittelschiff verschloß die Öffnung,die nach dem Versinken des Frevlers geblieben ist.
Heute bedeckt diese Stelle eine Platte.

In den Jahren nach 1864 wurden nur wenige Gottesdienste und bis zum Jahr 1895 die alljährlichen Schulprüfungen in der Kirche abgehalten.

Sonst herrschte Stille und Einsamkeit um das Gotteshaus,bis im Jahre 1892 durch die Initiative des Kaufmanns und späteren Bürgermeisters Josef Hällmayr und die Opferwilligkeit der Mainburger Bewohner der Bauverein St. Salvator gegründet,das Kloster gebaut und mit beschuhten Karmelitern besetzt wurde.

Nachdem dieser Orden infolge des 1. Weltkrieges in seinem Personal sehr geschwächt wurde,mußte er die hiesige Niederlassung aufgeben.

Der  Gemeinerat Mainburg beabsichtigte nun das Kloster als Bürgerheim zu verwenden,was aber bischöflicherseits nicht genehmigt wurde.
Seit 1918 sind hier die Kapuziner,die auf ausdrücklichen Wunsch des damaligen Regensburger Bischofs Antonius von Henle das Kloster übernommen haben.
Während des 2.Weltkrieges wurde dieses zweckentfremdet.

Im Jahre 1967 wurde eine Klosterauflösung befürchtet.
Am 23.August 1967 berichtet das Bischöfliche Ordinariat Regensburg:
“ In Mainburg ist beträchtliche Unruhe entstanden infolge einer Kanzelerklärung,
in welcher am letzten Sonntag H.H.P.Columban ankündigte,die Kapuziner müßten
auf Anordnung des Bisch.Ordinariats nach 46-jähriger Tätigkeit die Schule verlassen.
Die Bevölkerung befürchtet ein Verdrängen der Kapuziner und den Anfang zur
Aufhebung des Klosters und macht dafür den Stadtpfarrer von Mainburg verantwortlich.
Dazu Folgendes: Die Ordensleitung der Kapuzier hat den für das Mainburger Kloster
bestehenden Seelsorgevertrag als überholt bezeichnet und seine Änderung gewünscht.

Am 27.August 1968 feierte der Kapuzinerorden sein 50-jähriges Ortsjubiläum.

1978 räumten auch die Kapuziner das Kloster und wurden offiziell von der Stadt und der Geistlichkeit verabschiedet,
doch wer ihre Mimik und Gestik beobachtet,erkennt klar dass sie nicht mit Freuden gingen.

Drei Jahre stand das Kloster leer,bis 1981 die Pauliner aus Tschenstochau,dem Hauptheiligtum Polens,nach Deutschland zurückkehrten um die Ordenstradition in diesem Land zu erneuern.
Der Konvent besteht aus fünf Paulinerpatres und einem Bruder, die die benachbarten Pfarreien seelsorgerisch betreuen.
Das Paulinerkloster Mainburg ist die erste Niederlassung in der neuzeitlichen Geschichte deutscher Pauliner.

Die westlich der Kirche gelegene Votivkapelle mit Antoniusbild hat Brauereibesitzer Paul Münsterer für die glückliche Heimkehr seiner sechs Söhne aus dem Ersten Weltkrieg 1914/18 erbauen lassen.

Die Schmiedemeisterswitwe Maria Bauer ließ auch die Kreuzigungsgruppe an Stelle einer bereits dort gestandenen neu errichten.